Johanna van Gogh-Bonger machte es sich nach Vincent van Goghs Tod zum Ziel, dessen Werk international bekanntzumachen.
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Johanna van Gogh-Bonger machte es sich nach Vincent van Goghs Tod zum Ziel, dessen Werk international bekanntzumachen.

Lange Zeit wurde die Zeitzeugin in der Kunstgeschichte wenig beachtet: Johanna van Gogh-Bonger.

Johanna van Gogh-Bonger (Mi.) war mit Vincent van Goghs (li.) Bruder Theo (re.) verheiratet.

Der dunkle Himmel, die drei Pfade und die schwarzen Krähen: All diese Elemente des Werks ?Weizenfeld mit Krähen? (1890) scheinen das tragische Ende des Künstlers anzukündigen.

Selbstporträt (1887): Heute weltberühmt, wurde das Genie Vincent van Goghs zu dessen Lebzeiten lediglich von einer kleinen Avantgarde erkannt.
Übersicht
Mit Vincent van Goghs Bruder Theo war eine von der Kunstgeschichte wenig beachtete Frau verheiratet: die Kunstsammlerin Johanna van Gogh-Bonger (1862-1925). Als ihr Mann im Januar 1891 starb, erbte sie mit dem Nachlass beider Brüder auch deren Briefwechsel sowie Hunderte Werke Vincent van Goghs. Johanna hatte ihren Schwager Vincent erst in den letzten beiden Monaten vor seinem Freitod kennengelernt. Fortan widmete sie ihr ganzes Leben dem Ziel, van Goghs Werk international bekannt zu machen. In einem Zusammenspiel aus Archivmaterial und Animation würdigt die Dokumentation ihr Engagement für das niederländische Malergenie.
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Die beiden letzten Monate im Leben des Vincent van Gogh im Sommer 1890 in Auvers-sur-Oise stehen für das Klischee des tragischen Künstlerloses und die Legende des wahnsinnig gewordenen Malers. Während dieser schicksalhaften Zeit und in den ersten Jahren danach gab es eine Zeitzeugin, die von der Kunstgeschichte wenig beachtet wurde: Johanna van Gogh-Bonger. Sie war mit Vincents Bruder Theo verheiratet. Sie traf ihren Schwager nur drei Mal in ihrem Leben. Als Theo im Januar 1891 nur sechs Monate nach Vincents Freitod ebenfalls starb, erbte sie den gesamten Nachlass, darunter die verbliebenen Werke Vincents und den Briefwechsel der beiden Brüder.
Das Genie Vincent van Goghs wurde zu dessen Lebzeiten lediglich von einer kleinen Avantgarde erkannt. Johanna, die sich mit Kunst kaum auskannte, kehrte nach Theos Tod in ihre niederländische Heimat zurück. Dort bezog sie eine Villa und bestritt ihren Lebensunterhalt als Pensionsbetreiberin. Vor allem aber setzte sie sich das Ziel, die Aufgabe ihres Mannes fortzuführen: das Werk Vincent van Goghs international bekanntzumachen.
Geduldig arbeitete sie sich durch Hunderte Werke und Briefe, knüpfte Kontakte zu Kunstkritikern und -händlern, organisierte Ausstellungen und veröffentlichte die Korrespondenz zwischen den Brüdern. Ihr ganzes Leben war fortan auch dem Anliegen gewidmet, dem Talent ihres Schwagers die gebührende Anerkennung zu verschaffen. Mit der Veröffentlichung ihrer Tagebücher wurde endlich auch ihre eigene bedeutende Rolle für die Kunstgeschichte publik.
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