Steuern Gefühle den Finanzmarkt?
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Steuern Gefühle den Finanzmarkt?

Unser pawlowsches System reagiert schnell und impulsiv und kann den ?vernünftigen? Teil unseres Gehirns manchmal übersteuern.
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Die Börse gilt als Tempel der Rationalität - Zahlen, Daten, Modelle. Doch was, wenn eigentlich Gefühle die Kurse treiben? Wenn Panik schneller wirkt als jede Analyse und Euphorie Milliarden bewegt? Emotionen gelten als Störfaktor, dabei bestimmen sie oft den Takt der Finanzwelt. Aber sind sie wirklich nur gefährlich? Oder brauchen wir Gefühle vielleicht sogar, damit Märkte funktionieren?
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Emotionen haben an der Börse nichts verloren - so lautet das klassische Ideal eines rationalen Markts. Doch was, wenn die Finanzwelt viel weniger berechenbar ist, als wir glauben? Traderin Kathy Lien erlebt täglich, wie Hoffnung und Angst Preise bewegen - und wie schnell Panik Entscheidungen ersetzt. Für Wirtschaftswissenschaftler Hanno Beck zeigt schon die Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, dass Märkte vor allem dann aus dem Ruder laufen, wenn Emotionen überhandnehmen: Euphorie, Herdentrieb, die Sehnsucht nach dem schnellen Gewinn. Neuroökonomin Elise Payzan-Le Nestour geht noch tiefer: In ihren Experimenten zeigt sich, dass unser Gehirn Gewinne, wie Belohnung verarbeitet - und Verlustangst als uralten Reflex. Rationalität und Impuls, CEO und pawlowsches System, kämpfen in jeder Entscheidung gegeneinander. Und manchmal übernimmt das Gefühl.
Die Dokumentation folgt diesen drei Perspektiven - vom hektischen Trading-Floor bis zur Neuroforschung - und zeigt, wie Erwartungen, Gerüchte oder einzelne Sätze Millionen bewegen können. Auch Algorithmen lösen das Problem nicht: Der Flash Crash von 2010, ein digitaler Herzinfarkt, beweist, wie schnell automatisierte Systeme kollektiv kippen können. Am Ende wird klar: Der Finanzmarkt ist kein Ort reiner Mathematik. Er ist ein Spiegel unserer Wünsche, unserer Gier und unserer Ängste - ein System, das die Gefühle aller Beteiligten in Zahlen übersetzt. Und genau deshalb bleibt er so faszinierend wie gefährlich.
Hinweis
Online verfügbar von 22/02/2026 bis 21/02/2029
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