Themen
Details
Mit Anfang 30 erkrankt Laura Kansy an ME/CFS. Eine Erkrankung, für die noch kein Weg zur Heilung bekannt ist. Was bedeutet es, nicht zu wissen, ob und wann man wieder gesund sein wird?
Wie findet man seinen Platz in dem neuen, nun kranken Ko¨rper? Der autobiografische Film ist der Versuch, das Filmemachen nicht aufzugeben, sondern es zu nutzen, um lebendig zu bleiben. Ein Versuch, in der Unfreiheit einen Raum von Freiheit zu erkämpfen.
Die Filmemacherin Laura Kansy ist eine von geschätzt 650.000 Menschen in Deutschland, die an ME/CFS erkrankt sind. Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom ist eine Multisystemerkrankung, die seit 1965 von der WHO gelistet ist und meist durch Viren wie COVID oder Epstein-Barr ausgelöst wird. Obwohl die Krankheit lebenseinschneidend ist - 60 Prozent der Erkrankten sind arbeitsunfähig, 25 Prozent können das Haus oder sogar das Bett nicht mehr verlassen - gibt es kaum Forschung und keine Behandlungsmöglichkeiten. Viele Erkrankte sind auf tägliche Pflege angewiesen; die Verantwortung lastet auf pflegenden Angehörigen, die oftmals keine Unterstützung aus dem Gesundheitssystem bekommen.
Laura Kansys künstlerischer Dokumentarfilm vermittelt in einer Mischform aus Beobachtungen, Elementen eines filmischen Tagebuchs und Animationen, welche Auswirkungen die Krankheit hat.
Statement der Regisseurin Laura Kansy: „Dieser Film ist ein sehr persönlicher. Denn er geht um mich. Eines Morgens bekomme ich eine leichte Grippe: Gliederschmerzen, Muskel- und Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, nicht endende Müdigkeit. Diese Symptome halten bis heute - zweieinhalb Jahre später - an. Dieser Film ist ein Film über Carearbeit, über einen kranken Körper und einen Geist, der lernen muss, in ihm weiterzuleben. Er entsteht aus dem Bett heraus, in einer Zeit größter Unsicherheit: Werde ich wieder arbeiten können, wieder Filme machen, mein Leben selbstständig führen? Die Erinnerung an mein früheres, freies Leben ist nah - und zugleich fern.“
Laura Kansy hat an der Hochschule für Fernsehen und Film München, am „Satyajit Ray Film and Television Institute“ in Kalkutta, Indien, und an der Filmuniversität Babelsberg Kamera und Regie studiert. Während ihres Studiums arbeitete sie auch als Videoku¨nstlerin im Theater und mit verschiedenen bildenden Ku¨nstler*innen. Diese Zusammenarbeiten prägten die Ästhetik ihre Filme.
3sat zeigt „Hello New Body, how are you today?“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert.
Hinweis
Personen