Y-History Spezial

Verhütung? Frauensache! (2025)

bis 22:45
Zeitgeschichte
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • 20260318220000
VPS 22:00

Übersicht

Viele gängige Verhütungsmittel basieren noch immer auf den veralteten medizinischen Prinzipien der 1960er-Jahre. Melina Hoischen, besser bekannt als „Miss History“, blickt auf 4.000 Jahre Verhütungsgeschichte. Sie geht der Frage nach, wieso die Verantwortung für Empfängnisverhütung bis heute überwiegend bei Frauen liegt, und weshalb eine zugelassene Pille für den Mann weiterhin auf sich warten lässt.

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    Details

    Bis in die 1960er-Jahre hinein bleibt das Thema Verhütung in der westlichen Welt ein Tabu. Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin erinnert sich an eine Zeit, in der Aufklärung in der Schule kaum stattfindet und die Pille zunächst nur verheirateten Frauen vorbehalten ist. Dass die Einführung der Pille damals zwar Selbstbestimmung bringt, aber auch gesundheitliche Risiken birgt, erklärt Gynäkologin Prof. Dr. Mandy Mangler. Sie thematisiert, dass Frauen jahrzehntelang heftige Nebenwirkungen in Kauf nehmen - von Depressionen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Thrombosen - die heute kritischer betrachtet werden. Auch junge Frauen hinterfragen heute zunehmend die hormonelle Verhütung. Die Protagonistin Sandra entschied sich für einen radikalen Weg: die Sterilisation. Y-History Spezial „Verhütung? Frauensache!“ begleitet sie bei diesem Schritt hautnah - bis auf den OP-Tisch. Dabei wird deutlich, welche Hürden Sandra im Vorfeld überwinden muss: Sie berichtet vom Paternalismus vieler Ärzte, die ihr die Mündigkeit über den eigenen Körper aufgrund ihres Alters absprechen. Den Reality-Check macht Melina im Klassenzimmer: Dort erzählen Schülerinnen offen, wie es um die heutige Sexualbildung steht, und was sich dringend ändern muss. In einem Workshop trifft Melina auf Männer, die die Verantwortung nicht mehr abgeben wollen und mit thermischer Verhütung experimentieren - etwa mit Hodenringen, die die Spermienproduktion durch Wärme stoppen sollen. Während die Wissenschaft längst Lösungen wie Gels oder die Pille für den Mann erforscht, scheitert die Markteinführung oft an fehlenden Geldern, mangelndem Interesse und nicht zuletzt großen Hürden der Pharmaindustrie. Der Film blickt dafür exklusiv ins EU-Parlament nach Brüssel, wo Vertreter:innen aus Wissenschaft und Politik erstmals an einem Tisch sitzen, um Lösungen zu finden. Dabei nutzt der Film einzigartiges Archivmaterial, um die Geschichte der Verhütung aus zeitgenössischem Blickwinkel und mit Humor zu erzählen. Historische Quellen werden durch KI-animierte Frauenfiguren lebendig gemacht, die ihre Geschichte selbst berichten - bis hin zu den wenig bekannten Kapiteln der Pharmaindustrie: den Tests der ersten Anti-Baby-Pille an Frauen in Puerto Rico und Haiti. Kulturwissenschaftlerin Louisa Lorenz und Prof. Dr. Mandy Mangler ordnen ein, welche Rolle koloniale Strukturen für die westliche sexuelle Revolution spielten.

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