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Unter dem Hashtag BookTok tauschen sich auf TikTok Millionen junge Menschen weltweit über Bücher aus. Das Social-Media-Phänomen hat eine ganze Generation wieder fürs Lesen begeistert. Dank BookTok werden Bücher zu Bestsellern, Autorinnen und Autoren zu Stars. Ist das nur ein kurzfristiger Hype oder bewahrt ausgerechnet ein digitales Netzwerk das analoge Buch vorm Verschwinden?
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Ausgerechnet die sozialen Netzwerke beleben ein jahrhundertealtes Medium neu und begeistern eine junge Generation wieder fürs Lesen. Unter dem Hashtag BookTok tauschen sich online Millionen Bücherfans weltweit aus. Reaction-Videos, Buchempfehlungen, Lese-Sessions - BookTok gibt der Literaturkritik neuen Raum.
Die französische Autorin Morgane Moncomble ist eine der prägenden Stimmen dieser Bewegung. Mit 30 Jahren gehört sie zu den erfolgreichsten Romance-Autorinnen Frankreichs. Ihr Erfolg zeigt: BookTok schafft Platz für neue, vor allem weibliche Stimmen und verschiebt die Regeln des klassischen Literaturbetriebs.
Auch das Aussehen von Büchern wird wichtiger. Sie sind Statussymbole, die vor der Kamera ebenso wie im Regal glänzen müssen. Die britische Malerin Maisie Matilda ist mit einer jahrhundertealten Technik auf TikTok zum viralen Hit geworden: dem Fore-Edge-Painting. Sie bemalt Buchschnitte und macht so jedes ihrer Werke zum Sammelobjekt.
Die BookTok-Bewegung existiert auch offline: In Zürich treffen sich junge Menschen regelmäßig zum „Silent Reading Rave“ - jeder liest für sich und doch gemeinsam. Ein stiller Gegenentwurf zur lauten Welt, inspiriert von einer digitalen Bewegung.
Dass Geschichten nicht auf der letzten Seite enden müssen, erklärt die Hamburger Autorin Simoné Goldschmidt-Lechner, Expertin für Fanfiction-Foren. Dort schreibt das lesende Publikum ihre Lieblingsbücher online weiter. „Twist“ taucht in diese Community ein und fragt: Was taugt der Hype? Wie verändert sich die Art zu lesen? Und welche Konsequenzen hat das für die Literaturwelt?
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