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Wer stirbt und weder Angehörige noch Geld hinterlässt, wird von den Behörden bestattet - möglichst günstig. In Berlin stellt das Gesundheitsamt für eine sogenannte ordnungsbehördliche Bestattung 800 bis 1.500 Euro zur Verfügung. Wie würdevoll kann ein solcher Abschied sein? Und was bleibt von einem Menschenleben, wenn niemand kommt, um sich zu verabschieden?
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Seit 2014 übernimmt das Unternehmen Berolina Sargdiscount sämtliche ordnungsbehördliche Bestattungen in Berlin. Geschäftsführer Hartmut Woite bietet dabei extrem günstige Preise an - nicht nur für das Gesundheitsamt, sondern auch für Privatpersonen. Für 999 Euro gibt es eine Einäscherung in Tschechien, mit anschließender anonymer Beisetzung. Hartmut Woite setzt auf Masse statt Einzelfall und hat allein in den vergangenen zehn Jahren mindestens 60.000 Menschen preiswert unter die Erde gebracht.Sein Schwiegersohn Marco Gäbler organisiert die Abholung von Verstorbenen in ganz Berlin. In den meisten Fällen ist noch ungeklärt, wer die Kosten übernimmt. Während die Behörden nach Angehörigen suchen, bleiben Verstorbene teils wochenlang in den angemieteten Kühlräumen.Auch in Frankreich sind die Kommunen verpflichtet, für die Bestattung sozial schwacher Menschen aufzukommen. Ähnlich wie in Deutschland wird der Aufwand dafür so gering wie möglich gehalten, das heißt: keinerlei Blumenschmuck und auch keine Trauerrede. Einer Pariser Initiative ist das zu würdelos. Das Collectif Les Morts de la Rue recherchiert zu den zumeist obdachlosen Verstorbenen. Die Ehrenamtlichen begleiten die Beerdigungen und sprechen am Grab Worte des Gedenkens für diejenigen, die allein gegangen sind.
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